Zwischen Pinienwald und Meer: Reha für Pferde in der Toskana – mit einem Stallkonzept, das sich anpasst
Ruhe, frische Luft und der Boden als Gesundheitsfaktor: In der Toskana hat Dr. Sandra Löckener einen Reha-Stall aufgebaut, der konsequent vom Pferd aus gedacht ist. Im Fokus steht die ganzheitliche Therapie und ein flexibles Haltungskonzept.
Vom Pferdetraining zur ganzheitlichen Rehabilitation
Mit Pferden arbeitet Dr. Löckener schon sehr lange – und sehr praktisch: An ihrem 16. Geburtstag hat sie bereits ihr Gewerbe angemeldet, dass sie als Pferdetrainerin arbeiten kann. Der Wunsch, Pferde nach Verletzungen oder Erkrankungen wieder in die Kraft zu bringen, war früh da. Heute verbindet sie verschiedene Disziplinen: Tiermedizin, Physiotherapie, Ernährungstherapie und wissenschaftlich fundiertes Arbeiten.
Ihr Anspruch: Maßnahmen sollen „mit Hand und Fuß“ sein – basierend auf Erkenntnissen, ergänzt durch Erfahrung.
Warum die Toskana? Heilende Umgebung als Teil des Konzepts
Vor dem Neustart in Italien führte sie bereits einen Reha-Betrieb nahe München. In der Toskana fand sie Bedingungen, die für ihre Patienten ideal sind:
- Grün, Ruhe, Natur als „heilende Umgebungskräfte“
- ein Pinienwald im Rücken – die Luft ist wohltuend, besonders für Atemwege
- Meeresklima von vorne und eine leichte Luftzirkulation
- als Nebeneffekt: weniger Insekten, was u. a. Ekzemer-Pferden hilft
Gerade bei Reha-Pferden möchte sie Belastungen reduzieren.
“Wir wollten einen Ort, der sehr, sehr ruhig ist – ohne Reizüberflutung.”
Ganzheitlich statt „ein bisschen Therapie“
Im Reha-Stall werden Pferde aufgenommen, die mehr brauchen als einzelne Maßnahmen. Dr. Löckener erstellt für jedes Pferd ein individuelles, ganzheitliches Konzept. Sie beschreibt sich als Spezialistin für angewandte Therapie-Konzepte beim Pferd – insbesondere bei Atemwegsproblemen, Magen-/Darm- und Stoffwechselthemen, Bewegungsproblemen sowie Haut & Hufen.
Je nach Bedarf greifen unterschiedliche Bereiche ineinander, zum Beispiel:
- Bewegungstherapie
- Ernährungstherapie
- physiotherapeutische Anwendungen
- zunehmend auch Mentaltraining
Sie bringt es klar auf den Punkt: Viele Probleme lassen sich nicht nachhaltig lösen, wenn der Alltag nicht mitgedacht wird.
“Die beste Behandlung bringt gar nichts, wenn das Pferd sich in seinem Alltag nicht wohlfühlt.”
Ein Stall, der sich am Pferd orientiert: tagsüber offen, nachts Rückzug
Das Haltungskonzept ist bewusst flexibel. Tagsüber können die Paddockboxen geöffnet und – wenn es passt – sogar verbunden werden: So entsteht ein Offenstall-ähnliches Miteinander mit Wahlmöglichkeiten (befestigter Bereich, Wiese, Schatten, Sonne). Nachts steht dann für jedes Pferd ein separater Bereich zur Verfügung. Diese Kombination bringt aus ihrer Sicht klare Vorteile:
- mehr Ruhe und deutlich mehr REM-Schlafphasen
- geregeltere Futteraufnahme
- niedrigeres Stresslevel
- Rückzugsmöglichkeit, besonders wichtig für rangniedrige Pferde („Keiner stört mich, wenn ich liege.“)
Dazu kommt auch der Sicherheitsaspekt: Nachts im Stall sinkt das Risiko von Verletzungen, die draußen durch Schreckmomente entstehen können.
Der Boden als Gesundheitsfaktor – nicht als Nebensache
Gerade in der Rehabilitation spielt der Untergrund eine Schlüsselrolle. In den Bereichen, in denen Pferde viel stehen und liegen, setzt Dr. Löckener auf Gummimatten. Entscheidend waren mehrere Kriterien:
- gelenkschonend und eben, auch für Sehnen-/Gelenkpatienten
- hygienisch (wichtig bei Atemwegspatienten), wenig Ansatzpunkte für Mikroorganismen
- isolierend, damit „Kälte nicht in die Gelenke kriecht“
- rutschfest, damit sich Pferde beim Hinlegen/Aufstehen sicher fühlen
"Ganz wichtig ist, dass die Pferde wissen, sie haben Grip beim Hinlegen und beim Aufstehen."
Warum BELMONDO Classic?
Im ganzen Stall wurden BELMONDO Classic verlegt. Ausschlaggebend war die Mischung aus Komfort, Stabilität und Praktikabilität.
„Die Matten erfüllen einfach alle Kriterien, die ich haben wollte: sehr trittsicher, sehr rutschfest, schön isolierend – aber nicht so weich oder schwammig, dass die Pferde unsicher drauf stehen.“
Ein weiterer Pluspunkt war für Dr. Löckener der Einbau, der ohne Kleben oder Schrauben und mit wenig Werkzeug funktioniert. Gummihammer und Messer – mehr hat sie dazu nicht gebraucht. So war der Einbau sehr unkompliziert.
Auch von der Hygiene ist Sandra Löckener überzeugt.
„Ich habe überhaupt keine Pilzbildung, Bakterienbildung oder Ammoniakgeruch.“
Reinigung & Einstreu: weniger Material, schnell sauber
Auf den Matten wird bewusst nur wenig Einstreu genutzt – deutlich weniger als ohne Matten. Als Einstreu dient u. a. behandeltes Heu (allergikerfreundlich), das im Alltag anfällt. Ausgemistet wird mindestens einmal täglich; bei Bedarf auch zwischendurch.
„Die Matten machen es leicht, schnell wieder eine saubere Fläche herzustellen.“
Akzeptanz bei den Pferden: unkompliziert – auch bei Reha-Patienten
Die Rückmeldung aus dem Alltag ist eindeutig: Es gab keinerlei Akzeptanzprobleme bei den Pferden. Auch Reha-Pferde, die Matten vorher nicht kannten, kommen laut ihrer Erfahrung gut zurecht – und liegen zuverlässig ab. Falls ein Pferd anfangs skeptisch ist, helfen kleine Anpassungen (z. B. optisch mit Einstreu angleichen).
„Das Pferd stellt sich nicht an“ – ein Wunsch an die Zukunft
Neben Konzepten und Material ist Sandra Löckener ein Punkt besonders wichtig: Pferde als fühlende Wesen ernst zu nehmen. Sie möchte mit dem Missverständnis aufräumen, ein Pferd „verarsche“ jemanden oder „stelle sich an“. Ihre Erfahrung hat gezeigt, dass Schmerz sowohl physischer als auch psychischer sehr oft nach wie vor nicht erkannt wird.
Ihr schönster Moment in der Arbeit ist deshalb, wenn ein Pferd sich öffnet. Vertrauen ist für sie das größte Geschenk.
Sehen Sie die komplette Stallgeschichte im Video:
Folgendes Produkt kommt in diesem Stall zum Einsatz:

